Die Geschichte des Mühlebächlis

Man könnte doch aus diesem Haus ein Jugendhaus machen, ein Haus für Ferien, Freizeit und Lager.

Aber so etwas braucht natürlich Hilfe. Diese fand er in der Pfarrei. Überall weibelte er für das Haus und konnte das nötige "Kleingeld" dafür auftreiben. Auch die Eigentümerin der Liegenschaft bot Hand für diese Idee. Sie war sogar bereit, das höhere Angebot eines anderen Interessenten auszuschlagen.

Der Verein Jugendhaus Mühlebächli wurde gegründet. Es war eine Partnerschaft zwischen dem Pfadidistrikt St. Georg und der Pfarrei Dreikönigen. Mit Schenkungen, Spenden und zinslosen Darlehen aus der Pfarrei und 20'000 Franken vom Pfadidistrikt St. Georg konnte das Haus schliesslich gekauft werden. "Eintrittsbillet" in den Verein war damals eine Schenkung oder ein zinsloses Darlehen von mindestens 500 Franken.

Aber damit begann das Abenteuer erst. Das Haus musste noch für die Lager umgebaut werden. Jugendliche aus der Pfarrei bauten in den Weihnachtsferien 1969 unter Mithilfe einiger Väter den Dachstock aus. Praktisch der ganze Um- und Ausbau erfolgte in Fronarbeit und ging zügig vorwärts. Bereits zu Ostern war das erste Lager im Jungendhaus zu Gast.

Die offizielle Einweihung – mit dem Glarner Landammann und dem Gemeindespräsidenten von Schwanden – fand im Oktober 1970 statt.

Zunächst wurde das Haus von Jugendlichen, aber auch von Familien genutzt, die dort günstig ihre Ferien verbringen konnten.

Mit der Zeit veränderten sich die Ansprüche an so ein Haus. Bereits 1975 entstand im 100 m entfernten Stall ein grosser Aufenthaltsraum mit Cheminée. 1990 wurde dann die Küche saniert, ein Vordach erstellt und die sanitären Anlagen der Zeit angepasst. Nun wurde das Haus hauptsächlich von Jugendgruppen aus den Pfarreien in Zürich und verschiedenen Pfadiabteilungen genutzt.

2001 fusionierte der Verein Jugendhaus Mühlebächli mit zwei anderen Vereinen, die ähnliche Häuser betreuten: die Villa Kunterbunt auf dem Schwanderberg und das Pfadiheim Birchli in Einsiedeln. In beiden Vereinen war der Pfadidistrikt St. Georg federführend.

Nun entstand der neue Verein Pfadiheime St. Georg, der nun alle drei Häuser betreut. Die Pfarrei Dreikönigen bleibt aber mit dem Verein und besonders mit dem Mühlebächli verbunden. Die Stiftung Dreikönigen ist nicht nur Mitglied, sondern auch im Vorstand vertreten.

Das letzte grosse Umbauprojekt – nun im Pfadiheim Mühlebächli –  wurde 2003 realisiert. Das Haus wurde an die Kanalisation angeschlossen, die Heizung wurde saniert und die Aussenhülle und der Dachstock wurden gründlich erneuert. Der Dachstock wurde angehoben und damit zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Nun eignet sich das Haus auch für die Durchführung von Klassenlagern. Und als letztes ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: 2005 wurde die Zufahrtsstrasse zum Pfadiheim Mühlebächli fertig gestellt.

Der Beginn des Mühlebächli im Spiegel des Pfarrblattes

30. Nov. 1969 Auf Initiative von Vikar Peter Wittwer kann das Mühlebächli für 90'000 Fr. gekauft werden. Die Finanzierung erfolgt über eine Hypothek (50'000 Fr.) und je 20'000 Fr. durch die Pfarrei und den Distrikt St. Georg. Der Pfarreianteil wird durch zinslose Darlehen und Schenkungen der Pfarreiangehörigen ab 500 Fr. und durch Kollekten zusammengetragen. Der Revonierungsbetrag von 30'000 Fr. soll auf die gleiche Weise je hälftig zusammenkommen.

 

28. Dez. 1969 Es sind bereits 23'500 Fr. zusammengekommen, 5'000,- durch Schenkungen und 18'500 Fr. durch zinslose Darlehn. Ende November konnte das Haus gekauft werden und in den Weihnachtsferien haben Jugendliche und Väter bereits mit den Umbauarbeiten begonnen (Dachstock). Am 8.12.69  wurde ein Heimverein gegründet (Verein Jugendhaus Mühlebächli)
 
18. Jan. 1970 Durch die (hohe) Neujahrskollekte zugunsten des Mühlebächli sind nun 28'625 Fr. zusammen. Bis Ostern soll das Haus bezugsfertig sein.
 
15. Feb. 1970 Alle Einrichtungsgegenstände werden gesammelt (Wolldecken, Geschirr, Tische, Stühle, Bänke, Matratzen) und von Jugendlichen ins Haus gebracht. Jedes Wochenende wird in Fronarbeit das Haus nun bezugsfertig gebaut.

 

29. März 1970 An Ostern wird das erste Lager im (fast) fertigen Mühlebächli durchgeführt: ein Bienlilager. Finanziell sieht es so aus, dass von den angestrebten 35'000 Fr. bereits 31'000 Fr. zusammen sind durch zinslose Darlehn, Schenkung und Kirchenkollekten.
 
6. Sept. 1970

Am 4. Oktober wird das Haus offiziell eingeweiht.
 

6. & 13. Juni 1970 Die beiden Kirchen in Schwanden (besonders die reformierte) und der Gemeinderat von Schwanden sowie die Dreikönigspfarrei und ihr Kirchenchor pflegen ein intensives Kennenlernen: die beiden Pfarrer und die Gemeinderäte besuchen das Mühlebächli und werden durch vom Verein bewirtet und der Kirchenchor Dreikönigen sind in der reformierten Kirche, in der auch der katholische Vikar von Dreikönigen predigt.